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Arno Voigt jun., im II. Weltkrieg zweimal schwer verwundet, überlebte mit einer Annerisma im Kopf und mit ständigen Ohnmachtsanfällen - wie ein Wunder - und wurde 83 Jahre alt. Beide Söhne, Dieter (geb. 1935) und Gisbert Voigt (geb. 1940) erhielten durch ihn eine Ausbildung als Orgelbauer sowie Klavier- und Orgelunterricht. Die Jugend war geprägt durch Musik, Sport und evangelischer Jugendarbeit, die von einem engagierten Pfarrer geführt wurde, der bereits im Hitlerreich Widerstand geleistet hatte und zu den sozialistischen "Herren" in Opposition trat. Er lehrte den Söhnen Dieter und Gisbert Voigt, nicht den Weg nach dem Westen zu gehen, sondern den Platz in diesem Teil Deutschlands mit christlichem Zeugnis auszufüllen. 1953 - bereits Orgelbauer - studierte Dieter Voigt Kirchenmusik in Halle bis 1958 (A-Examen). Im Jahr 1961 legte Gisbert Voigt die Tischlermeister- und 1966 die Orgelbaumeisterprüfung ab. Beide Söhne übernahmen 1961 die Firma des Vaters in der 3. Generation. Seit dieser Zeit wurden ausschließlich Orgeln mit mechanischer Tontraktur gefertigt.
Seit 1959 übernahm Dieter Voigt zusätzlich das Amt des Kirchenmusikers an der St. Nikolai-Kirche. Diese Tätigkeit sowie sein Wirken auch als konzertierender Organist prägten in Übereinstimmung mit seinem Bruder Gisbert Voigt entscheidend die Konzeption und Fertigung der neuen Orgeln. 1970 legte er ebenfalls die Orgelbaumeisterprüfung ab.
Bewusst wurde der Weg als Privatbetrieb in der DDR gegangen, der Möglichkeiten für künstlerische Freiräume bei der Gestaltung der Orgeln auch für die Zukunft zuließ. Der Preis an staatlichen Repressionen dafür war nicht unerheblich: Exportverbot, erhebliche Materialbeschaffungsprobleme, vorgeschriebene Löhne und begrenzte Beschäftigtenzahl.
Trotz der Begrenzung der Beschäftigtenzahl (10 Mitarbeiter) erwarb sich die Firma durch ihr künstlerisches und innovatives Engagement einen beachtenswerten Namen in der DDR. Mit einer Lieferzeit von über 14 Jahren (bis zu 10 Jahre Bestellzeit waren zu dieser Zeit auch andernorts üblich) gehörte sie zu den begehrten Lieferanten in diesem Land.
Für einen privaten Handwerksbetrieb ungewöhnlich erhielt die Firma 1974 auf Grund ihrer Leistungen den Titel "Anerkannter Kunsthandwerker" und 1981 eine Auszeichnung für innovative Leistungen vom zuständigen Ministerium. Ein nicht unerheblicher Teil der Kapazität wurde stets auf die Restaurierung bedeutender denkmalwerter Orgeln verwendet.
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